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Interview mit Solarwatt-CFO Carsten Bovenschen: »Der Endkunde treibt die Energiewende«

Mit MyReserve hat Solarwatt für Furore im Energiespeichersegment gesorgt. Wir sprachen mit dem CFO und Geschäftsführer des Unternehmens Carsten Bovenschen über Synergieeffekte, Energiewende und Mitbewerber Tesla.

Carsten Bovenschen, CFO Solarwatt Bildquelle: © Solarwatt
Carsten Bovenschen, Solarwatt: Wenn Elon Musk etwas sagt, wird ein riesen Licht angemacht.

Herr Bovenschen, der Mehrheitsanteileigner von Solarwatt [1], Stefan Quandt, ist noch an weiteren Firmen wie BMW und BMWi beteiligt. Außerdem gehört seiner Schwester die Carbon-Firma SGL Group. Ergeben sich aus dieser Konstellation Synergien für Solarwatt?

Carsten Bovenschen: Herr Quandt ist seit 1998 bei Solarwatt engagiert und hat im Rahmen der letzten Restrukturierung sein Engagement auf 90 Prozent aufgestockt. Er hat damit ganz klar unterstrichen, dass ihm die Energiewende am Herzen liegt und er sie auch vorantreiben will. Solarwatts Strategie, die Transformation von einem reinen Modulhersteller zu einem Anbieter von Komplettsystemen zur dezentralen Energieversorgung haben wir in der Geschäftsführung bereits vor 4 Jahren fest geschrieben und Stefan Quandt hat dies mitgetragen.

Die Partnerschaft mit BMWi hat sich unabhängig davon ergeben. Das war eine ganz normale Ausschreibung, bei der BMWi für seinen 360° Ansatz der Elektromobilität einen Partner für PV-Strom gesucht hat. Wir haben uns dabei gegenWettbewerber aus ganz Europa durchgesetzt, weil wir das beste Gesamtkonzept hatten und gedanklich bei unserem Umbruch hin zum Systemanbieter schon weiter waren. Das hat vermutlich den Ausschlag gegeben, zusammen mit der Qualität unserer Produkte und unserem Carport, der zwar nicht zu den günstigen zählt, sich aber trotzdem sehr gut verkauft. Ob Synergien zu weiteren Beteiligungen oder in Richtung SGL Group zu haben sind, kann ich momentan nicht sagen.

BMW entwickelt zusammen mit Partner Samsung Batterietechnik für die nächste Elektromobilitätsstufe. Können Sie davon profitieren?

Wenn dann nur indirekt. Die Batterietechnik ist in der Elektromobilität und bei den stationären Speichern das Geheimnis schlechthin. Wir haben bislang überhaupt keinen Zugriff auf die Batterietechnik von BMW. Allerdings helfen die Namen Quandt und BMW in Gesprächen mit Batterieherstellern, das öffnet doch so manche Tür. Aber es gibt keine Überschneidung bei den Zellen, die BMW für die Elektromobilität und wir für unser Energiesystem einsetzen.