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Elektrohandwerk: Gesellen und Azubis gesucht

Das Geschäft im Elektrohandwerk brummt, nie sei die Stimmung besser gewesen, meldet der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) angesichts der aktuellen Frühjahrsumfrage. Für Fachkräfte und Auszubildende hält die Branche eine solide Auftragslage bereit.

ZVEH-Konjunkturumfrage Frühjahr 2019: 18.717 befragte Betriebe / 1.961 Antworten (Rücklaufquote = 10,5 %) Bildquelle: © ZVEH

ZVEH-Konjunkturumfrage Frühjahr 2019: 18.717 befragte Betriebe / 1.961 Antworten (Rücklaufquote = 10,5 %)

Energiedienstleistungen, Digitalisierung und E-Mobilität füllen die Auftragsbücher des Elektrohandwerks. »Elektro- und Informationstechnik entwickeln sich mit rasanter Geschwindigkeit zu Leittechnologien für alle wirtschafts- und lebensrelevanten Bereiche«, freut sich ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi. So sehen das auch beachtliche 98,1 Prozent der vom ZVEH befragten E-Handwerksunternehmen: Vier von fünf Betrieben (81,5 Prozent) beurteilen die wirtschaftliche Lage als »gut«, die übrigen als »befriedigend«. Damit wurde der Vergleichswert vom Frühjahr 2018 (97,8 Prozent positiv) noch einmal getoppt.

Geschäftsklima auf Allzeithoch

Der bundesweite Geschäftsklimaindex der E-Handwerke liegt damit auf der Skala von 0 bis 100 bei 89,9 Punkten, einem neuen Allzeithoch. Die Ergebnisse decken sich auch mit den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Branchenkennzahlen für das Jahr 2018. Erstmals mehr als eine halbe Millionen Menschen (500.643) waren demnach in den 50.717 elektrohandwerklichen Unternehmen beschäftigt, die Branche verzeichnet seit Jahren steigende Mitarbeiterzahlen. Allerdings wird es schwieriger, den weiterhin hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu decken: 61,5 Prozent aller elektrohandwerklichen Unternehmen melden offene Stellen, vor allem Gesellen (34 Prozent) und Obermonteure (24,5 Prozent) sind gesucht. Ein Viertel der offenen Stellen (24,8 Prozent) ist für Auszubildende reserviert.

Rekordumsatz erwirtschaftet

Trotzdem erwirtschafteten die E-Handwerke im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz: 61,1 Milliarden Euro, ein Plus von 5,8 Prozent. Den Löwenanteil machen dabei mit gut zwei Dritteln des Umsatzes Projekte in der Energie- und Gebäudetechnik aus (70,2 Prozent). Mit großem Abstand folgen Informations- und Telekommunikationstechnik (11,8 Prozent) sowie Automatisierungstechnik (5,5 Prozent). Die meisten Aufträge erhalten die E-Handwerksbetriebe aus der gewerblichen Wirtschaft (38 Prozent) und von privaten Auftraggebern (36 Prozent). Der Anteil der öffentlichen Auftraggeber (14 Prozent) und der Wohnungsbaugesellschaften (12 Prozent) am Umsatz ist deutlich geringer. Fast die Hälfte der Befragten (48,2 Prozent) meldet volle Auftragsbücher für mindestens die nächsten beiden Monate, rund die Hälfte davon sogar über vier Monate. Fast ein Viertel (24,4 Prozent) sind für die nächsten ein bis zwei Monate ausgelastet. Nur neun Prozent haben einen Auftragsbestand von bis zu zwei Wochen. Das hat die Stundenverrechnungssätze in den vergangenen sechs Monaten in die Höhe getrieben: Zwei von drei Betrieben haben sie bei privaten (63,2 Prozent) und gewerblichen Aufträgen (62,1 Prozent) angehoben. Bei öffentlichen Aufträgen hat die Hälfte aller Betriebe (48,8 %) die Stundenverrechnungsätze gesteigert.

Der Ausblick bleibt rosig

Auch der weitere Ausblick ist rosig: 28 Prozent der Betriebe gehen davon aus, dass sich die geschäftliche Situation noch verbessern wird. Knapp zwei Drittel (67,5 Prozent) rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung. Lediglich 4,5 Prozent kalkulieren mit einer Verschlechterung. In der Summe liegen die Werte damit geringfügig (0,1 Prozent) unter der Aussichtsprognose aus dem vergangenen Frühjahr. Der Schlüssel für den Erfolg der E-Handwerke ist und bleibe eine passgenaue Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten, so ZVEH-Hauptgeschäftsführer Jakobi. Dazu würden die elektrohandwerklichen Ausbildungsverordnungen in den kommenden Jahren aktualisiert und digital fit gemacht, insbesondere im Bereich Gebäudesystemintegration. An der ZVEH-Konjunkturbefragung im Frühjahr 2019 beteiligten sich 2.000 Elektro-Innungsfachbetriebe in Deutschland.