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Thermografie: Bahn frei!

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) sorgt auf neun U-Bahn- und zehn Straßenbahn-Linien für Mobilität. Keine einfache Aufgabe. Damit die Bahnen immer störungsfrei funktionieren, kommt in der Instandhaltung eine Wärmebildkamera von FLIR zum Einsatz.

Wärmebild einer Straßenbahn Bildquelle: © FLIR Systems GmbH

Die VGF sorgt mit über 400 Schienenfahrzeugen für Mobilität in Frankfurt.

Bernd Brandt sorgt mit seiner FLIR-Wärmebildkamera seit Jahren dafür, dass es bei der VGF heißt: »Bahn frei!« Bei der VGF ist Bernd Brandt im Fachbereich Systemtechnik unter anderem zuständig für Elektrik und Instandhaltung. Und er ist bereits seit über neun Jahren zertifizierter Thermograf. »Gleich nach der Anschaffung der T-Serie-Wärmebildkamera habe ich an einem einwöchigen Kurs des FLIR-eignen Schulungszentrums ITC teilgenommen«, erinnert er sich. »Die Ansprüche waren nicht ohne und die Prüfung ganz schön knifflig, aber ich wollte ja auch lernen, worauf es bei der Thermografie ankommt und wie wir die Kamera sinnvoll einsetzen können.«

Bei der VGF kursierten damals schon einige einfache Wärmebildkameras eines anderen Herstellers. Bernd Brandt hatte sich aber informiert und sich mit der »T200« für ein höherwertiges Produkt entschieden – eine Kamera der T-Serie für professionelle Thermografie-Anwendungen.

 

Bequem und stressfrei thermografieren

Brandt arbeitet bis heute mit der T200. Wie die heutigen Modelle der T-Serie verfügt die Kamera bereits über eine um 180 Grad drehbare optische Messeinheit, die alle täglichen Mess-Aufgaben bequemer und stressfreier gestaltet. Durch die erweiterte Drehfunktion kann man aus einer bequemen Position auch über oder unter dem Anwender befindliche Objekte mühelos mit der Kamera aufnehmen.

 

Straßenbahn der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main Bildquelle: © FLIR Systems GmbH

Die Straßenbahnen der VGF gehören fest zum Stadtbild.

Thermografie in vielen Anwendungen

Die noch aktuelleren Modelle der FLIR T500-Serie sind u.a. mit AutoCal-Wechselobjektiven ausgestattet, ohne dass dafür eine zusätzliche Werks-Neukalibrierung erforderlich wäre. Die intelligenten Objektive liefern scharfe Bilder und nutzen lasergestützte Entfernungsmessdaten und eine aktive Autofokusfunktion, um eine hohe Temperatur-Messgenauigkeit zu erzielen.

Dank der FLIR-Vision-Processing-Bildverarbeitung, die adaptive Filter-Algorithmen mit der FLIR MSX-Technologie und der UltraMax-Bildoptimierung kombiniert, erzeugen die T500-Serie-Kameras Wärmebilder mit hoher Detailfülle. Mit Auflösungen von bis zu 464 x 348 Pixeln sowie hoher Empfindlichkeit und Schärfe lassen sich auf dem hochauflösenden 4-Zoll-Touchscreen-Display auch kleine Temperaturunterschiede deutlich erkennen.

Zum Einsatz kommt die FLIR-Wärmebildkamera bei der VGF hauptsächlich bei der Inspektion der Elektrik. Bernd Brandt untersucht dabei Klemmen, heißgewordene Verteiler, Unterverteiler, Stromkästen und Relais. So erinnert er sich beispielsweise an eine Inspektion in der Fahrzeugwerkstatt, in der die Bahnen repariert werden. Die VGF verfügt in der Stadtbahn-Zentralwerkstatt über zwei Gleise für die Unfallinstandsetzung, acht Gleise für Fahrzeugumbauten, acht Gleise für Wartung und Instandsetzung, drei Gleise für Lackiervorbereitung, eine Lackierhalle und zwei Gleise für glasfaserverstärkte Verbundkunststoff-Reparaturen. Einige der Verteiler dort wiesen Überlast beziehungsweise Schieflast auf, die im Wärmebild sichtbar wurden. In einem Fall lag die Temperatur mit über 70 °C so hoch, dass sofortige Abhilfe nötig war.

 

Bernd Brandt beim Thermografieren eines Weichenheizung-Steuerungsschranks. Bildquelle: © FLIR Systems GmbH

Bernd Brandt beim Thermografieren eines Weichenheizung-Steuerungsschranks.

Ein Blick genügt

Andere Aufgaben gibt es zum Beispiel in der Fahrstromabteilung. Im Gleichrichterwerk kommen bei 650 V Gleichstrom-Spannung immerhin Stromstärken von 3000 bis 5000 A vor. Da ist es natürlich wichtig, dass eine Inspektion aus sicherer Entfernung vorgenommen werden kann. »Dafür eignet sich die FLIR-T-Serie mit ihrem drehbaren Objektivblock sehr gut«, erklärt Brandt. »Früher haben wir die Schrauben, mit denen die massiven Kupferschienen befestigt werden, mit Thermolack überzogen, der sich verfärbt, wenn einzelne Schrauben unter einer zu hohen Last zu heiß werden. Heute ist das nicht mehr nötig – ein Blick mit der Wärmebildkamera genügt, und man sieht sofort, ob etwas zu heiß ist.«

Aber nicht nur in der Elektrik kommt die Kamera zum Einsatz. »Im Winter hatten wir einen Wasserrohrbruch in einer U-Bahnstation, der auf Frost zurückzuführen war«, erzählt Bernd Brandt von einem eher ungewöhnlichen Einsatz. »Mit der Wärmebildkamera konnte ich den genauen Bereich, der eingefroren war, exakt identifizieren – und um genau diesen Bereich haben wir nach der Reparatur eine Rohrbegleitheizung installiert. Probleme gab es dort seither nie wieder.« Und Bernd Brandt sorgt mit seiner Wärmebildkamera auch weiterhin dafür, dass es bei der VGF in Frankfurt heißt: Bahn frei!

Nach Unterlagen von FLIR Systems