ABB: Keine Chance für Fehlerlichtbögen

Die Sicherheit in öffentlichen Gebäuden hat oberste Priorität; vor allem, wenn es um historische Gebäude mit Holzkonstruktionen geht. Probleme können hier in der Elektroinstallation verborgen sein, was leider allzu oft vergessen wird. Beispiel: das Rathaus in Dordrecht.

Rathaus in Dordrecht Bildquelle: © ABB

Das historische Rathaus in Dordrecht ist durch die Modernisierung mit dem AFDD vor den Auswirkungen von Fehlerlichtbögen geschützt.

Trotz des Baujahres muss das historische Gebäude aus dem Jahr 1383 in jeder Hinsicht noch der Bauverordnung, der Anwendungsnorm NEN1010 (vergleichbar mit der deutschen DIN VDE 0100-420) und anderen Richtlinien entsprechen. In Punkten, in denen es keine Richtlinien, sondern Empfehlungen gibt, werden diese genau überwacht, und wenn nötig, wird der historische Charakter des Gebäudes berücksichtigt. Die Fehlerlichtbogenerkennung ist beispielsweise in der NEN1010 nicht zwingend vorgeschrieben, es gilt jedoch eine Empfehlung als anwendbare Schutzmaßnahme. Und aufgrund der voll hölzernen Dachbodenkonstruktion ist eine solche Lichtbogenerkennung kein überflüssiger Luxus, denn mehr als 30 Prozent der Brände entstehen durch Fehler in der Elektroinstallation. Ein Teil davon kann mit Hilfe des AFDDs verhindert werden. Die enge und vollständige Holzumgebung erfordert besondere Vorsicht. So ist die Erkennung von Fehlerlichtbögen aufgrund von Überstrom oder Kurzschluss unerlässlich.
Ein Beispiel dafür sind lose Drähte oder Kabel, die durch Berührung Funken oder Entladungen verursachen. Die Funken können das ionisierte Gas zwischen den Leitern mit ihrer Spannungsdifferenz entzünden. Dies wird von Fehlerstrom-Schutzschaltern oder Sicherungsautomaten nicht erkannt, so dass diese nicht abschalten würden, so dass ein Fehlerlichtbogen entstehen kann. Bei einem solchen Lichtbogen wird viel Wärme freigesetzt, die wiederum einen Brand verursachen kann. Besonders in einer vollständig aus Holz gefertigten Umgebung ist dies ein hohes Risiko.

Der AFFD Bildquelle: © ABB

Der AFDD mit zusätzlichem FI- und LS-Teil, so dass auch dieser Schutz bezüglich Fehlerströmen gegen Erde und Überlast nun sicher verfügbar ist.

AFDD als Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung
Um die historische Umgebung vor den Auswirkungen eines Fehlerlichtbogens zu schützen, entschied sich die Firma Gertenbach Elektro für eine Zusammenarbeit mit ABB, um die Installation im Dachgeschoss mit dem AFDD (Arc Fault Detection Device, Fehlerlichtbogen-Schutzschalter) zu erneuern. Diese Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen mit integriertem Sicherungsautomat können durch einen eingebauten Mikrocomputer also nicht nur Fehlerlichtbögen erkennen, sondern auch die Elektroinstallation gegen Kurzschluss und Überlast schützen.
Den AFDD S-ARC1 und S-ARC1 M gibt es mit einem Bemessungsschaltvermögen von 6 kA bzw. 10 kA. Für die Kontaktierung mit Kabeln oder Anschlussklemmen besitzen diese AFDDs gegenläufige Zylinder-Hub-Klemmen. Zusätzlich garantiert ein kontinuierlich ablaufender Selbsttest maximale Erkennungs-Sicherheit und Betriebssicherheit. Mit einer Prüftaste kann von einer Aufsichtsperson die korrekte Funktion der Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung jederzeit überprüft werden. Übrigens wurde das AFDD-Programm bei ABB unlängst um eine Typvariante mit FI/LS erweitert, so dass auch diese Schutzfunktionen bezüglich Fehlerströmen gegen Erde und Überlast nun sicher erkannt werden können.

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