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Smart heißt nicht immer auch sicher: Europäischer Versichererverband warnt vor Smart-Home-Angeboten

Smart Home boomt weiter. Der europäische Versicherverband IE hat jetzt die Nutzen und Risiken der Systeme analysiert – und warnt explizit vor Do-it-yourself-Einbau.

Die europäischen Versicherer beschreiben in einem Positionspapier zahlreiche Schwächen aktueller Smart Home-Angebote, die auch immer wieder zur vermeintlichen Sicherung kleinerer Gewerbe eingesetzt werden. Bildquelle: © VdS Schadenverhütung GmbH

Die europäischen Versicherer beschreiben in einem Positionspapier zahlreiche Schwächen aktueller Smart-Home-Angebote, die auch immer wieder zur vermeintlichen Sicherung kleinerer Gewerbe eingesetzt werden.

Smart-Home-Systeme sind »viel beworben und oft gewünscht«, so titelt etwa die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe. Um dann zum Untersuchungsfazit zu kommen: »Schwach gegen Einbrecher. Keins der getesteten Systeme schneidet gut ab«. Branchenprofis wissen: Smart ist definitiv nicht automatisch gleichzusetzen mit sicher. Polizei und VdS warnen seit Langem, dass die zunehmende Vernetzung nicht nur in vielfachen Störfaktoren resultiert, sondern auch in immer neuen Risiken.

Auch das Präventionsforum des europäischen Versicherer-Dachverbandes »Insurance Europe« analysierte jetzt das Boom-Thema. Bei Einbruchschadenzahlungen von fast einer halben Milliarde Euro pro Jahr allein durch deutsche Versicherer und immer neuen Schadenszenarien durch Internet-Angriffe haben die Versicherer besonderes Interesse an verlässlicher Schutztechnik. In einem aktuellen Positionspapier wägt der Verband Nutzen und Risiko des Einbruchschutzes aktueller Smart-Home-Systeme für Endkunden wie Versicherer ab.

 

Vom DIY-Einbau Abstand nehmen

Zusammengefasst werden Veröffentlichungen von Behörden und weiteren anerkannten Institutionen, darunter auch VdS, welche die Schwachstellen der Systeme klar beschreiben. Das sind unter anderem die übliche 1-Faktor-Authentifizierung (zu schwach), die unverschlüsselte Übertragung von Videodaten, keine Beschränkungen der Falscheingabe von Zugangsdaten, unsichere Interfaces und natürlich Apps.

»Die Versicherungsexperten wagen auch einen für die Sicherheitsbranche hoffentlich hilfreichen Ausblick in die Zukunft – und fordern ihre Mitglieder in Europa auf, zu verhindern, dass sich bei den Versicherungsnehmern eine Scheinsicherheit einstellt. Wichtig für qualifizierte Errichter: Gerade vor Do-it-yourself-Einbau wird gewarnt«, betont Sebastian Brose, Leiter des VdS-Produktmanagements im Geschäftsbereich Produkte und Unternehmen.

Ein Fazit des Positionspapier: Die Versicherer als Meinungsbildner für Schadenverhütung sollen die Anwendung geeigneter Standards im Smart-Home-Segment forcieren. Die fünfseitige Publikation (englisch) ist zum Download auf vds-home.de verfügbar.