Interview: »Der nächste logische Schritt«

Mit Raycap ist ein neuer Player in den Markt für Überspannungsschutz im Gebäude eingestiegen. Wie es dazu kam und was noch so alles geplant ist, berichtet der General Manager des Unternehmens, Ralf Güthoff, im Interview.

Porträtfoto: Ralf Güthoff, General Manager, Raycap Bildquelle: © Raycap

Ralf Güthoff ist General Manager von Raycap.

Herr Güthoff, Raycap ist kürzlich in den Markt für Überspannungsschutz im Gebäude eingestiegen und hat auf der Light+Building erste Produkte vorgestellt. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Um die Frage zu beantworten, hilft ein Blick auf die Unternehmenshistorie. Über die 30jährige Geschichte hinweg haben wir unser Portfolio stets in enger Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt. Sie können sich vorstellen, wie viel Know-how in drei Jahrzehnten entsteht. Dieses Wissen auch für den sogenannten Building-Markt nutzbar zu machen, war schlicht der nächste logische Schritt. Nun können auch Anwender in den Bereichen Gebäude und Wohnungen, aber auch in der Leichtindustrie von unserer Technologie profitieren. Die rege Bautätigkeit in Deutschland ist natürlich kein Nachteil, der Markt für gute Produkte ist da.

Was unterscheidet Ihre Produkte technologisch von den Lösungen des Mitbewerbs?
Das unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller, denn auch beim Mitbewerb gibt es ja Abweichungen untereinander. Von entscheidender Bedeutung ist bei den Raycap-Produkten die Kombination von extrem hochwertigen Metalloxid-Varistoren mit Gasableitern, die im eigenen Haus passgenau entwickelt und hergestellt werden. So vereinen wir Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit. Darüber hinaus verfügen wir über Patente etwa im Bereich der Verriegelung. Auch die bei einigen Produkten vorhandene dreistufige Zustandsanzeige ist eine Besonderheit. Unsere »Ampel«-Indikatoren weisen frühzeitig auf die Notwendigkeit eines Austauschs hin. Codierungen verhindern das fehlerhafte Stecken von Modulen, zudem verfügen unsere Produkte über eine ausgeprägte Robustheit gegenüber Vibrationen und Erschütterungen. Es ist eine Kombination vieler Faktoren und in Abhängigkeit des Einsatzzwecks, die den Unterschied ausmacht.

Wie sieht es mit der Preisgestaltung aus?
Es ist unser erklärtes Ziel, stets bessere Produkte als unsere Mitbewerber bei einem ähnlichen Preispunkt zu bieten. Soweit uns bekannt ist, erreichen wir dieses Ziel auch regelmäßig, in einem qualitativ anspruchsvollen Umfeld. Uns nur über den Preis zu differenzieren, halten wir nicht für sinnvoll. Es wird immer irgendwelche Billig-Anbieter geben, die jedoch vom Leistungsanspruch her so weit entfernt sind, dass sich ein seriöser Vergleich verbietet. Es ist schon so, dass eine europäische Herkunft grundsätzlich für einen höheren Qualitätsstandard steht, bei dem alle relevanten Produktnormen und Vorschriften erfüllt sind und diese durch unser eigenes zertifizierte Hochspannungslabor abgeprüft werden. Natürlich steht bei uns ebenso immer eine unabhängige Typprüfung mit entsprechenden wichtigen Zertifikaten als ein Musskriterium im Vordergrund.

Über welche Kanäle kann das Elektrohandwerk Ihre Produkte beziehen?
Wir machen derzeit sehr gute Erfahrungen mit dem Direktvertrieb. Bestellungen sind also derzeit einfach und schnell bei Raycap selbst möglich. Hier genügt eine einfache Kontaktaufnahme per E-Mail, Fax oder Telefon. Für die Zukunft werden wir dieses Modell langsam aber sicher umstellen und eng mit Distributoren und Handelspartnern zusammenarbeiten. Das ist ein ganz natürlicher Prozess, da die Anzahl der Anfragen zunimmt. Wir verstehen uns ja in erster Linie als Technologieexperten. Für den von Ihnen angesprochenen Markteinstieg haben wir genügend Kapazitäten aufgebaut, um erfolgreich beginnen und arbeiten zu können. Das künftige Wachstum wird allerdings im Hinblick auf unser Kerngeschäft und unsere Expertise mit Partnern erfolgen. Diese Strategie haben wir von Anfang an so geplant, und sie erweist sich bisher als genau richtig.

Mit welchen weiteren Produkten im Gebäudebereich können wir in Zukunft von Ihnen rechnen?
Wie bereits angesprochen sind wir ein ingenieursgetriebenes Unternehmen. Dabei ist zu bedenken, dass wir uns in allen Geschäftsbereichen weiter entwickeln. Dabei ist es durchaus so, dass sich Synergien und Überschneidungen ergeben. Ich denke da etwa an den Bereich der Elektromobilität und der Stromspeicher. Dabei muss es nicht immer um neue Produkte gehen, auch entsprechende Anwendungen sind denkbar.

Vielen Dank für das Gespräch.