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Funk sei Dank!: Brandschutz in Sonderbauten

Rauchwarnmelder für Privathaushalte sind Pflicht. Und für Hochhäuser, Einkaufszentren und Industriebetriebe sind Brandmeldeanlagen vorgeschrieben. Bei kleineren Sonderbauten sind die Vorschriften aber bislang nicht eindeutig und Personen damit oft nicht ausreichend gesichert. Das ändert sich nun.

Gefährliche Sicherheitslücke: Kinder, Senioren, Kranke und Behinderte sind besonders schutzbedürftig. Doch oft sind gerade die Gebäude, in denen sie sich aufhalten, im Brandfall nur unzureichend gesichert. Bildquelle: © Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG

Gefährliche Sicherheitslücke: Kinder, Senioren, Kranke und Behinderte sind besonders schutzbedürftig. Doch oft sind gerade die Gebäude, in denen sie sich aufhalten, im Brandfall nur unzureichend gesichert.

Bisher gab es beim Brandschutz in Kindertagesstätten, Senioren-/Behindertenheimen oder Beherbergungsstätten mit bis zu 60 Betten eine Lücke: Dem Wunsch, in solchen Sonderbauten für möglichst hohe Personensicherheit mit vernetzten Rauchwarnmeldern zu sorgen, stand entgegen, dass es dafür keinen bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweis gibt. Denn eine Prüfung der Funkvernetzung ist in den anwendbaren Normen nicht vorgesehen. Da die Funktionen keinen Prüfungen unterliegen, kann auch keine Funktionssicherheit im Betrieb garantiert werden.

Damit sind Funk-Rauchwarnmelder rein rechtlich für den Einsatz in solchen Gebäuden nicht zugelassen, was im Schadensfall Haftungsprobleme nach sich ziehen kann. Klassische Brandmeldeanlagen, wie in Industrieanlagen oder Einkaufszentren vorgeschrieben, wären zwar auch bei kleineren Gebäuden eine Alternative. Für die oft ehrenamtlich organisierten Betreiber von Betreuungseinrichtungen sind sie aber meist in der Anschaffung zu teuer und zu wartungsintensiv.

 

HAA-B: Mehr Sicherheit für Schutzbedürftige

Aus diesem Grund hat der Bundesverband Sicherheitstechnik (BHE) im Juli 2015 die Richtlinie »Haus-Alarmanlagen Typ B« (HAA-B) mit dem Schutzziel »Evakuierung im Brandfall« ins Leben gerufen. Zurzeit wird daran gearbeitet, die Richtlinie HAA-B als verbindliche VDE-Norm umzusetzen. Ist die Norm fertig, kann sie im nächsten Schritt in die Landesbauordnungen übernommen werden.

Die HAA-B-Richtlinie betrifft kleinere Sonderbauten, deren Brandschutzvorschriften bislang noch nicht eindeutig definiert sind und ermöglicht es Bauherren und Betreibern von Sonderbauten bereits heute, eine rechtskonforme Alternative für vernetzte Rauchwarnmelder zu installieren, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

 

Die Funk-Branderkennungsanlage BEKA in der Systemübersicht. Bildquelle: © Hager Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG

Die Funk-Branderkennungsanlage »BEKA« in der Systemübersicht.

Sicher mit Funk

Eine mit dieser Richtlinie konforme Lösung liefert Hager mit der Funk-Branderkennungsanlage »BEKA«. Sie erfüllt als erste am Markt die Anforderungen der neuen BHE-Richtlinie HAA-B. Im Brandfall leitet BEKA den Alarm über eine sichere Funkverbindung an eine Zentrale mit Einzelmelder-Erkennung. So lässt sich der alarmauslösende Melder schnell lokalisieren. An der Zentrale ist gegebenenfalls über ein GSM-Modem auch eine Alarmweitermeldung per SMS- oder E-Mail-Versand an eingewiesenes Personal wie etwa den Pförtner möglich.

Die neue Branderkennungsanlage alarmiert im ganzen Gebäude über die Rauchmelder und bei Bedarf noch über zusätzliche Innensirenen. So können alle Räume schnell und sicher evakuiert werden. Im Unterschied zur klassischen Brandmeldeanlage (BMA) wird die Feuerwehr dann zwar nicht automatisch gerufen, kommt aber auch nicht umsonst, falls der Alarm sich als ein Fehlalarm entpuppt.

Ansonsten bietet diese Branderkennungsanlage die gleiche Sicherheit wie jede Brandmeldeanlage, jedoch ohne die hohen Anschaffungs- und Wartungskosten. Damit eignet sich dieses neue Anlagenkonzept nicht nur für Betreuungseinrichtungen, sondern beispielsweise auch für Arztpraxen oder Anwaltskanzleien – also für Gebäudenutzungen, für die keine Brandmeldeanlagen-Pflicht (BMA) besteht.