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DIN 14676: Ferninspektion von Rauchwarnmeldern

Die Novellierung der DIN 14676 stellt die Ferninspektion von Rauchwarnmeldern auf eine normative Grundlage. Es werden drei abgestufte Verfahren beschrieben, mit denen Dienstleister ihren Kunden Angebote maßschneidern können.

Rauchwarnmelder Bildquelle: © Ei Electronics

Die Neufassung der Anwendungsnorm markiert einen Meilenstein für die Weiterentwicklung des Marktes für Rauchwarnmelder.

Wohnungswirtschaft und Dienstleistungsunternehmen, aber auch Mieter und Eigentümer besitzen ein großes Interesse daran, die zeit- und kostenintensive Überprüfung von Rauchwarnmeldern zu optimieren oder sogar zu vermeiden, beispielsweise durch eine Inspektion der Geräte aus der Ferne. In der Anwendungsnorm für Rauchwarnmelder DIN 14676:2012-09 (»Rauchwarnmelder für Wohnhäuser, Wohnungen und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung - Einbau, Betrieb und Instandhaltung«) wurde die Möglichkeit zur Ferninspektion bislang allerdings nicht explizit beschrieben. Diese Tatsache führt bis heute zu erheblichen Diskussionen am Markt, ob eine Ferninspektion von Rauchwarnmeldern normgerecht möglich ist oder nicht.

Der DIN-Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW) hatte im Zuge der regelmäßigen Überarbeitung der Norm im September 2017 einen überarbeiteten Entwurf veröffentlicht, der erstmals auf die Ferninspektion eingeht. Nach der abschließenden Bearbeitung der Kommentierungen durch die Fachöffentlichkeit am 12. Juli 2018 wird mit einem Inkrafttreten der novellierten DIN 14676 im vierten Quartal 2018 gerechnet.

 

Gesetzliche Grundlagen

Rauchwarnmelder sind Bauprodukte, deren Inverkehrbringen durch die Europäische Bauproduktenverordnung (Construction Products Regulation, CPR) geregelt ist. Die dazugehörige, mandatierte Produktnorm ist die EN 14604 »Rauchwarnmelder«. Erfüllt ein Produkt deren Anforderungen, erstellt der Hersteller eine Leistungserklärung und bringt den Rauchwarnmelder mit einem CE-Kennzeichen in Europa auf den Markt. Gemäß den deutschen Landesbauordnungen sind – soweit verfügbar – harmonisierte Bauprodukte zu verwenden; in Wohnungen also Rauchwarnmelder nach EN 14604.

Die Anwendungsregeln für Einbau, Betrieb und Instandhaltung von Rauchwarnmeldern in Europa können gemäß CPR national festgelegt werden. Diese Rolle übernimmt in Deutschland die DIN 14676, die zugleich als »allgemein anerkannte Regel der Technik« (aaRdT) gilt. Werden deren Anforderungen beachtet, kann man die in allen Landesbauordnungen sinngemäß enthaltene Forderung »Rauchwarnmelder sind so anzubringen und zu betreiben, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird« als erfüllt ansehen.

 

Anforderungen an Fachkräfte normativ

Zukünftig erscheint die Norm in zwei Teilen: Die DIN 14676-1 umfasst »Einbau, Betrieb und Instandhaltung« von Rauchwarnmeldern, während die DIN 14676-2 »Anforderungen an den Dienstleistungserbringer« beschreibt. Dieser Teil der Norm legt die Anforderungen für den Nachweis der Kompetenz von Dienstleistern fest, die Rauchwarnmelder projektieren, einbauen und instandhalten. Im Unterschied zur Vorversion besitzen die Kompetenzanforderungen jetzt normativen Status. Die Bedeutung der Fachausbildung wurde damit deutlich angehoben.