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Digitalisierung stockt: Intelligente Stromzähler kommen später

Der Stromzähler soll intelligent werden - und die Energiekosten für Verbraucher senken. Doch der Weg dahin ist lang. Denn smarte Messgeräte müssen hohe Sicherheitsstandards erfüllen, auch gegen Angriffe von Kriminellen.

Smart-Meter-Gateway von Landis + Gyr: Toshiba muss den Smart-Meter-und Energy-Management-Spezialisten verkaufen. Noch liegt die Zukunft des 1896 gegründeten Schweizer Unternehmens im Dunklen. Bildquelle: © Landis + Gyr

Smart-Meter-Gateway von Landis + Gyr.

Wäsche waschen, wenn der Strom für die Waschmaschine besonders preiswert ist. Das Elektroauto mitten in der Nacht laden. Oder den Strom der Solaranlage auf dem eigenen Dach zu guten Preisen ins Netz abgeben. Dafür sollen intelligente Stromzähler sorgen.

Doch die Einführung dieser Tausendsassas der Energiewende ist ins Stocken geraten. Dabei sollten die ersten größeren Stromverbraucher schon seit dem vergangenen Jahr mit den Smart Metern ausgerüstet werden. Aber die Zugänge (»Gateways«), die den Zähler mit den Netzbetreibern und den Stromlieferanten verbinden sollen, sind immer noch nicht zugelassen.

 

Komfort – mit Einschränkungen

Für die meisten Privathaushalte sind solche intelligenten Stromzähler ohnehin noch Zukunftsmusik. Bei ihnen wird nur der vertraute schwarze Zähler mit Drehscheibe gegen einen digitalen Stromzähler ausgetauscht. Er kann »ein bisschen mehr als die alten Zähler«, sagt der Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Udo Sieverding.

An den digitalen Geräten kann der Kunde ablesen, wie viel Strom er am Vortag, in der vergangenen Woche oder im ganzen Monat verbraucht hat. Noch sei das Ablesen der Werte aber schwierig: Viele Geräte müssten dafür umständlich mit einer Taschenlampe angeblinkt werden, bemängelt Sieverding. Zum Ablesen für die Stromrechnung muss weiter ein Mitarbeiter des Stromlieferanten kommen oder der Kunde gibt die Daten selbst über das Internet ein.

Der Nutzen der modernen Zähler halte sich daher für den Stromkunden in Grenzen. »Wer seine Stromfresser sind, weiß er auch so«, sagt der Verbraucherschützer. Die höheren Kosten der neuen Zähler, für die im Jahr maximal 20 Euro berechnet werden dürfen, etwa 7 Euro mehr als bisher, ließen sich beim Stromverbrauch mit Hilfe der neuen Geräte vermutlich nicht einsparen. Und wenn der neue Zähler nicht in den Zählerkasten passe, könne es für den Haubesitzer richtig teuer werden.

 

Der Austausch läuft

Etwa 88 Prozent der Haushalte in Deutschland sollen diese digitalen Zähler erhalten. Der Austausch läuft bereits. Bis aber alle Haushalte neue Messgeräte erhalten haben, wird viel Zeit vergehen. Bis 2032 sollen alle Verbraucher laut Bundesnetzagentur mit modernen Messeinrichtungen ausgestattet sein. Ihr zufolge gab es 2016 rund 7 Millionen elektronische und gut 43 Millionen klassische Zähler.