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Elektroinstallation: Beleuchtungsanlagen richtig planen

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Hohen Einschaltströmen bei Präsenz-/Bewegungsmeldern

In automatisierten Gebäuden werden Verbraucher nicht mehr mittels einfacher Wandschalter geschaltet. Bei einem KNX-Bus beispielsweise schalten Aktoren Relais als Reaktion auf ein Telegramm. Mit einem Präsenz-/Bewegungsmelder schließen Relais automatisch, falls Bewegung im Raum erkannt wird. Die Relais sind demnach diejenigen Bauteile, die den hohen Einschaltströmen ausgesetzt sind.

Bei einfachen Relais, die lediglich einen Silber-Zinnoxid-Kontakt aufweisen, besteht die Gefahr, dass sich der Kontakt aufgrund des hohen Stroms verschweißt. B.E.G. setzt bei seinen Meldern das RT.3T-Relais der Firma Schrack ein. Dieses Relais schaltet mit zwei Schaltvorgängen: Erst schließt ein Wolfram-Vorlauf-Kontakt, der die großen Einschaltströme aufnimmt. Der später schließende Silber-Zinnoxid-Kontakt übernimmt den Nennstrom. Dem Relais-Datenblatt sind die folgenden Angaben zu entnehmen: Nennstrom 16 A, während der ersten 20 ms max. 165 A. Aus diesen Relaisdaten kann leider nicht direkt geschlussfolgert werden, welche Ströme das Gesamtgerät verträgt. Hier spielen weitere Faktoren wie die Form und Höhe der Erregerspannung des Relais, die Leiterbahndicke zwischen Klemmen und Relais oder ggf. weitere, im Gerät verbaute Schutzschaltungen (z. B. Nulldurchgangserkennung) eine Rolle. Der vorlaufende Wolfram-Kontakt bietet aber keinen Schutz vor Lichtbogeneffekten, da diese beim Ausschalten von Induktivitäten auftreten.

Bei Verwendung von EVG mit 50-A-Einschaltstrom ist auch das RT.3T-Relais bereits bei drei EVG an seinem Leistungslimit angekommen. Hier bieten zusätzliche Schütze, die dem Relais-Kontakt nachgeschaltet sind, eine Lösung. Schütze sind für hohe Schaltleistungen ausgelegt. Sie besitzen Funkenlöschkammern und Zuganker anstelle von Klappankern. Allerdings entstehen durch ihre Verwendung Mehrkosten, die zu berücksichtigen sind.

Gebrauchskategorien als Entscheidungshilfe
Eine mögliche Entscheidungshilfe für die Auswahl von Schaltgeräten ist die sogenannte Gebrauchskategorie. Insbesondere in der Gebäudesystemtechnik werden Leistungsklassen gebildet, die typische Anwendungen abdecken. Dazu zählen z.  B. Motorlasten oder Leuchtstofflampen. Diese Leistungsklassen sind in nationalen und internationalen Normen festgeschrieben und müssen durch definierte Prüfungen nachgewiesen werden.

Für den Industriebereich haben sich die Schaltleistungsangaben AC1 und AC3 durchgesetzt, diese sind in der Norm DIN EN 60947-4-1 (Schütze und Motorstarter) beschrieben. Die Gebrauchskategorie AC1 bezieht sich auf das Schalten ohmscher Lasten (bis cos phi = 0,8) und die Kategorie AC3 auf das Schalten induktiver Lasten (cos phi = 0,45).

In der Gebäudetechnik werden aufgrund der kapazitiven Lasten Geräte der Kategorie AX eingesetzt, diese sind in der DIN EN 60669 (Schalter für Haushalt) beschrieben. Für 6-A-Geräte wird eine Prüfung mit 70 μF und für Geräte größer 6 A eine Prüfung mit 140 μF gefordert. Geräte der Gebrauchskategorie C-Last sind für Leuchtstofflampen bis zu 200 μF geeignet.