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Schuch: Intelligentes Beleuchtungskonzept für die Stadt Chur

Eine halbe Million Franken kostet der Energieverbrauch der Straßenleuchten die Schweizer Stadt Chur jedes Jahr. Höchste Zeit, sich nach einem energieeffizienteren Beleuchtungskonzept umzusehen.

Die Stadt Chur in der Schweiz beleuchtet ihr Wege- und Straßennetz mit rund 4100 Straßenleuchten. Bildquelle: © Andrea Michael Badrutt

Die Stadt Chur in der Schweiz beleuchtet ihr Wege- und Straßennetz mit rund 4100 Straßenleuchten.

Chur in der Schweiz verfügt über ein öffentliches Wege- und Straßennetz von 220 km. Davon sind rund 120 km durch 4100 Straßenleuchten mit Natriumdampf- oder Quecksilberdampf-Hochdrucklampen beleuchtet. Der Energieverbrauch der städtischen Straßenbeleuchtung beträgt rund 2,7 Gigawattstunden (GWh) und kostet die Stadt 500.000 Franken, also rund 465.000 Euro, pro Jahr. Die größten Energiefresser sind dabei die 2500 Quecksilberdampflampen. An einem Technologiewechsel hin zu energieeffizienter LED-Beleuchtung ging für die Stadt daher sowohl aus Kosten- als auch aus Umweltgründen kein Weg mehr vorbei.

So entschied der Gemeinderat 2015, die gesamte Straßenbeleuchtung innerhalb von fünf Jahren etappenweise auf ein intelligentes LED-System umzurüsten. Den Auftrag hierzu erhielt das Querverbundunternehmen IBC, bei dem seit 1896 die Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgungsaktivitäten der Stadt Chur gebündelt sind. Um sich bestmöglich auf die Herausforderung vorzubereiten, hat die IBC dafür seit 2010 in mehreren Pilotprojekten die Alltagstauglichkeit verschiedener LED-Systeme mit intelligenten Steuer- und Sensortechniken getestet.

Letztendlich fiel die Wahl auf eine Kombination aus LED-Straßenleuchten der Baureihen 47 und 48 von Schuch und dem Lichtmanagementsystem »LIMAS« der Firma Esave.

Eine Leuchte der Baureihe 48 von Schuch. Bildquelle: © Schuch

Eine Leuchte der Baureihe 48 von Schuch.

Intelligente Beleuchtung

Jede einzelne Straßenleuchte ist mit einer Funkantenne, einem Lichtmanagementcontroller sowie einem Infrarot-Sensor zur Bewegungserkennung ausgestattet. Passiert ein Verkehrsteilnehmer die Straße, wird er erkannt und die gedimmten Leuchten regeln auf das vorab programmierte Beleuchtungsniveau hoch. Das Signal zum Hochregeln wird per Funk von Leuchte zu Leuchte weitergegeben, das Licht begleitet den Verkehrsteilnehmer dynamisch. Nach Ablauf der programmierten Haltedauer, regelt das System das Beleuchtungsniveau wieder auf das vorgegebene Dimmlevel zurück. Mit der »Light on Demand«-Funktion wird das Effizienzpotenzial der LED-Technik voll ausgeschöpft und Energiekosten eingespart. Zudem können bei Veranstaltungen in der Innenstadt, die nur eine begrenzte Zeit laufen, wechselnde Nutzungsprofile realisiert werden. Auch kann so auf die unterschiedlichen Anforderungen an das Beleuchtungsniveau in einzelnen Stadtbereichen eingegangen werden.

Eine integrierte Konstantlichtstromfunktion hält den Lichtstrom über die gesamte Nutzlebensdauer auf einem Niveau. Damit entfällt ein erheblicher Teil der sonst üblichen Überdimensionierung des Beleuchtungsniveaus bei der Planung, mit der der Lichtstromrückgang bis zum Wartungszeitpunkt kompensiert werden muss. Ein zusätzlich eingebauter Überspannungsschutzbaustein mit einer Stoßspannungsfestigkeit von 10 kV schützt die Elektronikbauteile vor Ausfällen durch Überspannungsereignisse.

Zentral gesteuert und überwacht

Betrieben wird die Beleuchtungsanlage über ein browserbasiertes System mit rund 20 Gateways, die über die ganze Stadt verteilt sind. Damit können die Leuchten zentral überwacht, kontrolliert und gesteuert werden, verbunden mit der Möglichkeit der Auswertung einer Vielzahl von Leuchtendaten bis hin zur proaktiven, gezielten Wartung und der Störungsbeseitigung.

Es wird davon ausgegangen, dass alleine durch die Energieeinsparung von jährlich 210.000 Franken die Investition von rund 2,9 Mio. in rund 10 Jahren amortisiert ist. Dass sich damit zugleich die Lebensqualität sowie die Sicherheit der Stadtbevölkerung im Straßenverkehr erhöht, davon ist Franco M. Thalmann, Leiter Elektrizität und Betrieb der IBC, überzeugt. Mittlerweile sind fast 2000 Leuchten von Schuch in Betrieb.

Nach Unterlagen von Schuch