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Zeitreise 1989: Festliches Licht ohne Gefahr

Heimeliges Kerzenlicht hat vor allem in der Weihnachtszeit Hochkonjunktur. Der schöne Lichterglanz ist jedoch nicht völlig ungefährlich. Immer wieder verursachen Kerzenflammen gefährliche Brände. Abhilfe schaffen Ende der 1980er elektronisch pulsierende Kerzen, die Flammen imitieren.

Logo: elektrobörse smarthouse Zeitreise Bildquelle: © WEKA FACHMEDIEN GmbH

Festliches Kerzenlicht ist eigentlich zu jeder Jahreszeit gefragt. Doch ist der Wunsch danach in der Zeit vor und zu Weihnachten besonders intensiv. Aber die offen brennende Flamme ist nicht ungefährlich, und sie ist leicht durch elektrische Lampen zu ersetzen.

Eine alte skandinavische Tradition ist auf dem Wege, auch die Bundesrepublik zu erobern: In jedem Jahr sind mehr Fenster während der Vorweihnachtszeit festlich geschmückt. Da sind einmal die typischen Lichtbogen, die auf der Fensterbank einladende Signale nach außen senden. Zum anderen bilden figürliche, abgehängte, von innen erleuchtete Gebilde (aus durchscheinendem Holzspan oder perforierter Metallfolie) einen interessanten Blickfang. In der Zeit bevor die typischen weihnachtlichen Formen wie Stern, Komet oder Engel verwendet werden, paßt unter Umständen das Motiv der Friedenstaube besser in den Kalender.

Adventskranz mit elektrischer Beleuchtung Bildquelle: © Günter Franke/WEKA FACHMEDIEN GmbH

So lässt sich der Brauch der Adventsbeleuchtung völlig risikofrei genießen: Die sacht flackernden »Flammen« sind elektrische Lampen; der Kerzenschaft ist aus rotem Kerzenstearin.

Skandinavischen Ursprungs ist aber nicht nur die Idee, festliche Beleuchtung aus dem Zimmer nach draußen wirken zu lassen. Skandinavische Tradition ist es auch seit langem, dies alles auf dem elektrischen Wege zu tun. Schon lange ist das Brennen offener Flammen in der Nähe brennbaren Materials in Skandinavien verboten. Bei uns herrscht solch ein Verbot nicht, aber das räumlich enge Zusammenspiel von brennenden Kerzen und dem langsam austrocknenden Tannenbaum verursacht hierzulande nicht wenige Brände. Die Weihnachtszeit ist für die Feuerwehr die Zeit der Dauereinsätze.

Weihnachtsbaum mit elektrische Beleuchtung. Bildquelle: © WEKA FACHMEDIEN GmbH

Das ließe sich durchaus vermeiden. Doch leider kann sich die Mehrzahl der bundesdeutschen Haushaltungen noch nicht zu elektrischer Baumbeleuchtung entschließen, und zwar mit dem Argument, elektrisches Licht sei nicht stilvoll. Mit diesem Argument muß sich auch der Fachhändler, der hier eine geradezu missionarische Aufgabe bekommt, oft genug auseinandersetzen. Für seine Argumentation spricht auch, daß die elektrische Festbeleuchtung in den letzten Jahren formale und technische Weiterentwicklungen erlebt hat.

So sind elektrische Lichterketten nicht nur sicher. Sie kommen auch in modischen Farben dem Bedürfnis nach dem modernen Christbaum entgegen. In einigen Fällen werden sie mit teilweise ebenfalls beleuchtetem Christbaumschmuck, wie farblich passenden Kugeln und einer weißen Tannenspitze, kombiniert.

elektrobörse, August 1989