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Smarte Straßenbeleuchtung: Alles Gute kommt von oben

Smart Cities sind in aller Munde. Doch um Städte wirklich smart zu machen, müsste die Kabelinfrastruktur modernisiert werden. Ein immenser Aufwand. Nun hat Schneider Intercom mit zwei Projektpartnern eine Lösung entwickelt, die Geld spart und dem Sicherheitsbedürfnis der Bürger Rechnung trägt.

Smarter Lichtspender: Die von Schneider Intercom, Vossloh-Schwabe und Selux entwickelte Laterne bietet zahlreiche Safety-Features. Bildquelle: © © Christoph Papsch | www.christoph-papsch.com

Smarter Lichtspender: Die von Schneider Intercom, Vossloh-Schwabe und Selux entwickelte Laterne bietet zahlreiche Safety-Features.

Schneider Intercom hat gemeinsam mit seinem Projektpartner Vossloh-Schwabe (Panasonic) sowie dem Laternenhersteller Selux aus Berlin eine smarte Licht- und Safety-Lösung für Stadtgebiete entwickelt. Konkret geht es um eine Laterne, die nicht nur Straßen, Gehwege und Bürgersteige ausleuchtet, sondern ohne aufwendige Modernisierung auch um zusätzliche Videokameras, Notruf-Technik und Energie-Lademodule erweitert werden kann. Möglich macht dies eine neue Technologie aus dem Hause Panasonic, die keine zusätzliche Datenverkabelung benötigt, sondern mit einem simplen 230-Volt-Anschluss auskommt.

 

Smart dank neuer Technik

Eingesetzt wird die sogenannte »High Definition Powerline Communication« (HD-PLC). Sie kombiniert Breitbandkommunikation mit einer neuartigen Multi-Hop-Technologie, um Übertragungsgeschwindigkeiten im Megabit-Bereich über Kabel mit mehreren Kilometern Länge zu erreichen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, alle bereits bestehende Laternen und Stelen eines Stadtgebiets trotz herkömmlicher Verkabelung »smart« aufzurüsten.

Daraus ergeben sich zahlreiche Chancen für Anwendungen aller Art: Da wären zum einen Notrufeinrichtungen, Lautsprecher für Durchsagen, WLAN-Access-Points oder auch Videosysteme. Zum anderen könnten Wetterdatensensoren zur Aufnahme und Weiterleitung von Umweltdaten oder Lade-Lösungen integriert werden. Letztere könnten zum Beispiel im Rahmen von E-Mobility-Konzepten zum Aufladen von E-Bikes genutzt werden.

Natürlich müssen nicht alle Features auf einmal umgesetzt werden. Der Ausbau jeder einzelnen Laterne ist modular, die einzelnen Bausteine lassen sich beliebig kombinieren. Der Einsatz orientiert sich im Idealfall an den Gegebenheiten beziehungsweise den Risiken jedes einzelnen Standorts und an den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der Kommunen und Städte.

 

Hoher Praxisnutzen

Dank der Entwicklung von Schneider Intercom, Vossloh-Schwabe und Selux ist der Einsatz von Sicherheitstechnik nun an Stellen denkbar, die von der örtlichen Polizei beispielsweise als Kriminalitäts- oder Gefahrenschwerpunkte benannt werden. Vor diesem Hintergrund können die Laternen dabei helfen, einen Stadtteil oder einen Straßenzug smarter und sicherer zu machen. Gleichzeitig kann die Beleuchtung intelligent wetter-, verkehrs- oder ereignisabhängig gesteuert werden, was nicht zuletzt Energie spart.

Eingesetzt wird die neue Technik bereits von den Technischen Betrieben in Solingen. Bildquelle: © Christoph Papsch | www.christoph-papsch.com

Eingesetzt wird die neue Technik bereits von den Technischen Betrieben in Solingen.

Die Technischen Betriebe in Solingen wenden die Technik bereits in der Praxis an und steuern ihre Straßenbeleuchtung in Abhängigkeit von Wetter- und Verkehrsdaten. In Solingen kommt zudem ein Laternen-Modell mit integriertem Notruf und Video zum Einsatz.

 

Premiere in Berlin

Erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde die smarte Innovation im Spätsommer 2018 im Rahmen der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin auf dem Stand von Panasonic sowie auf der Fachmesse Security in Essen auf dem Stand von Schneider Intercom. Interessenten von Seiten der Städte, Kommunen sowie der Sicherheitsbehörden zeigten dabei reges Interesse an der Lösung. Und wer weiß? Vielleicht entpuppen sich die smarten Laternen als erster wichtiger Meilenstein auf einem Weg hin zu smarten Städten, die das Leben der Menschen auf intelligente Weise erleichtern und sicherer machen.