Sie sind hier: HomePhotovoltaikModule

Regenerative Energien: Smarte Energiewelt

Die zunehmende Vernetzung ist ein wichtiger Grundbaustein für die Dezentralisierung der Energieversorgung. Wenn die Energiewende auf Basis intelligenter Systeme gelingen soll, müssen aber auch die politischen Rahmenbedingungen stimmen.

Porträtfoto: Detlef Neuhaus, CEO, Solarwatt GmbH Bildquelle: © SOLARWATT GmbH

Detlef Neuhaus ist CEO der Solarwatt GmbH aus Dresden.

Das Energienetz wird immer intelligenter. Die Energie wird längst nicht mehr nur zentral erzeugt und an die Stromkunden geliefert. In Smart Grids wird vermehrt der dezentral erzeugte Strom von Solaranlagen und Blockheizkraftwerken von den Erzeugern zu den Verbrauchern je nach Bedarf verteilt. Und das ist längst nicht das Ende der Fahnenstange: Straßenzüge, kleinere Städte oder auch ganze Regionen in Deutschland und auf der ganzen Welt werden sich in Zukunft zu Smart Grids zusammenschließen. Nicht zu vergessen: Die Farbe des Stroms der Zukunft ist ausschließlich grün. Dezentral erzeugter Strom aus erneuerbaren Energiequellen bildet die Basis des Energiesystems der Zukunft.

 

Angebot und Nachfrage

Die Strompreise werden in Zukunft nur noch über Angebot und Nachfrage gesteuert – und zwar »Realtime«. Die meisten Microgrids agieren dann über ihren lokalen Microgrid-Manager als Marktteilnehmer und bieten entweder Strom an oder kaufen ihn ein. Doch nicht nur die Stromnetze werden immer intelligenter, auch die dazugehörigen Technologien werden sich den sich dynamisch verändernden Rahmenbedingungen anpassen. Die PV-Branche bringt dafür schon heute innovative Entwicklungen auf den Weg.

Eine besondere Rolle werden in Zukunft Energiemanagementsysteme einnehmen. Sie steuern dann nicht mehr nur die Stromflüsse im Privathaushalt oder Betrieb. Auch die Kommunikation zwischen den verschiedenen Teilnehmern des Smart Grids läuft dann über die lokalen Gateways. Deshalb ist es heute schon wichtig, die Lösungen als offene und dennoch absolut sichere Systeme zu konfigurieren. Damit lassen sich auch später neue Anwendungen integrieren.

 

PV-Module als aktive Komponenten

Auch die Stromerzeugung wird sich verändern. Mit Blick auf Solarstrom werden die PV-Module zu aktiven Komponenten des dezentralen Energiesystems. Sie kommunizieren innerhalb des Systems und optimieren sich selbstständig. Zu den intelligenten Energiesystemen, bei denen alle Teile nahtlos ineinandergreifen, werden als fester Bestandteil auch Stromspeicher gehören. Künftig wird neben dem Tag-/Nacht-Ausgleich auch eine saisonale Lastverschiebung möglich sein.

Gerade in Deutschland sind in den vergangenen Jahren Unternehmen entstanden, die smarte Systemlösungen entwickeln und so die Energiewende vorantreiben. Als weltweit agierender Mittelständler verfügen wir über das nötige Know-how, um auf Veränderungen der neuen, smarten Energielandschaft zu reagieren. Darüber hinaus arbeiten renommierte Forschungseinrichtungen daran, ständig die aktuellen Leistungsgrenzen im PV-Bereich zu übertreffen und immer neue Standards auf das internationale Parkett zu bringen.

 

Ein klares Bekenntnis

Es liegt eine spannende Zeit vor uns – jetzt müssen nur noch die politischen Rahmenbedingungen passen. In den vergangenen Jahren hatte man leider das Gefühl, dass das Vorantreiben der Energiewende in der Bundesregierung zu einer ungeliebten Pflichtaufgabe verkommen ist. Was aktuell fehlt, ist ein klares Bekenntnis zu Sonne, Wind und Wasserkraft. Nur die Energieerzeugung aus regenerativen Quellen ist zukunftsfähig, denn sie ist aktuell die einzig richtige Lösung für uns und unseren Planeten. Der Klimawandel ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Er wird volkswirtschaftliche Probleme für die Erdbevölkerung mit sich bringen, deren Ausmaß wir bis jetzt nur erahnen können.

Was bei der öffentlichen Diskussion oft vergessen wird: Die deutsche Bevölkerung will die Energiewende! 75 Prozent der Deutschen sagen, dass die fossile Energieerzeugung keine Zukunft hat. Auch wenn dieser Transformationsprozess nicht ohne Schweiß zu bewältigen sein wird. Inzwischen sind die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig geworden. Solarstrom ist günstiger als der aus Kohle und Gas. Und das, obwohl die Regierung unserer Branche viele Steine in den Weg gelegt hat.

Werden jetzt die Kräfte gebündelt und der Ausbau der Technologien vorangetrieben, kann das die Energiewende maßgeblich fördern und dazu beitragen, den Klimawandel auszubremsen – mit Vorteilen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

 

Mehr Ausblicke in die Zukunft finden Sie in unserem Online-Special »70 Jahre elektrobörse smarthouse«.