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Drahtlose Übertragungstechnik: Intelligente Gebäude von morgen

Intelligente und wartungsfreie Funksensorlösungen auf Basis des EnOcean-Funkstandards kommen schon seit 15 Jahren weltweit zum Einsatz. Doch wie sieht die Zukunft intelligenter Automationslösungen aus und wie gestalten sich nachhaltige Gebäudeprojekte in Zeiten der Digitalisierung?

Porträtfoto: Andreas Schneider, Geschäftsführer und Mitgründer, EnOcean GmbH Bildquelle: © EnOcean GmbH

Andreas Schneider ist Geschäftsführer und Mitgründer der EnOcean GmbH.

Von der Smart-Home-Grundausstattung über unterstütztes Wohnen im Alter bis hin zu vernetzten Gewerken im Bürogebäude – wartungsfreie Funksensoren liefern Daten, die dabei helfen, Abläufe und Prozesse zu optimieren, Kosten einzusparen und die Energieeffizienz zu erhöhen.

Im Unterschied zu anderen Funktechnologien arbeiten EnOcean-Funksensoren ohne Kabel und ohne Batterien. Sie gewinnen mithilfe miniaturisierter Energiewandler ihre Energie aus der Umgebung (Bewegung, Licht, Temperaturunterschiede). Die Geräte lassen sich dadurch flexibel platzieren und erfordern keinen Batteriewechsel. Für diese Anwendungen hat sich der international standardisierte EnOcean-Funkstandard (ISO/IEC 14543-3-1X) bewährt. Ein umfangreiches Ökosystem mit 1500 interoperablen Produkten ermöglicht den Einsatz von Geräten verschiedener Produkthersteller. Die EnOcean Alliance, die sich gemeinsam mit über 400 Mitgliedern im Bereich der Gebäudeautomation engagiert, fördert zudem die Standardisierung von intelligenten Gebäudelösungen.

Inwiefern die Digitalisierung auch in das Smart Home und komplexe Wohneinheiten Einzug hält und wie batterielose Funksensorlösungen zur Optimierung unserer Gebäude beitragen können, zeigen die folgenden Beispiele.

 

Schmuckbild Smart Home Bildquelle: © EnOcean GmbH

Smartes Wohnen wird immer attraktiver.

Smart Home zur Auswahl in der Wohnungswirtschaft

Sowohl bei Sanierungsprojekten als auch im Neubau schaffen immer mehr Unternehmen der Wohnungswirtschaft heute schon die Grundlage für digitale Funktionen in ihren Gebäuden. Ist eine grundlegende Vernetzung vorhanden, kann diese als Basis für weitere Smart-Home-Funktionen dienen. So kann der Wohnungsbetreiber seinen Mietern Optionen wie eine Heizungs- und Jalousiesteuerung vorschlagen und diese individuell ergänzen. Gleichzeitig können sie den Mietern Services anbieten, mit denen sie Kosten einsparen, beispielsweise beim Energieverbrauch.

Studien der Wohnungswirtschaft wie der GEWOFAG Holding GmbH im Forschungsprojekt RIEM ergaben, dass neben bereits bekannten Einsparpotenzialen wie dem kontrollierten Be- und Entlüften mit Wärmerückgewinnung oder der Flächenversiegelung oder Wärmedämmung eine intelligentere Heizungsregelung einen positiven Beitrag zur Energieeinsparung leisten kann. Die Studien zeigten, dass mithilfe einfacher Automatisierungsregeln, wie dem Herunterfahren der Heizung bei geöffnetem Fenster, Energieeinsparungen bis zu 20 Prozent erzielt werden können.

Eine aktuelle Testinstallation der GEWOFAG, ebenfalls in Riem, in denen batterielose Funklösungen auf Basis des EnOcean-Funkstandards zum Einsatz kamen, belegen diese Ergebnisse. In den im ersten Quartal 2018 realisierten Testinstallationen kamen unterschiedliche Produkte aus dem EnOcean-Ökosystem zum Einsatz. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Im Unterschied zum Vorjahr konnte im Vergleichszeitraum bereits eine Energieeinsparung von circa 14 Prozent durch diese Assistenzsysteme, wie sie die GEWOFAG nennt, erzielt werden.

 

Vernetztes Wohnen im Eigenheim

Sprachsteuerung im Smart Home wird immer beliebter und schafft einen zusätzlichen Anreiz für die Nutzung intelligenter Automationslösungen. Unterschiedliche Lösungen können hier zum Einsatz kommen, wie beispielsweise die Lösung von Jäger Direkt.

Das OPUS SmartHome-Gateway AHK von Jäger Direkt schafft künftig die Verbindung zwischen batterielosen Funkschaltern und -sensoren auf Basis des EnOcean-Funkstandards und Apple HomeKit. Grundlage hierfür ist die OPUS BRiDGE, ein elektronischer Schalter mit integriertem Funkmodul, der sowohl Beleuchtung als auch Rollläden und Jalousien steuert. Mit den vernetzbaren OPUS BRiDGE-Schaltern wird der Grundstein für die Vernetzung gelegt, weitere EnOcean-Schalter und -sensoren können flexibel und individuell an die jeweilige Lebens- und Wohnsituation angepasst und jederzeit erweitert werden.

Das OPUS SmartHome-Gateway AHK stellt das Herzstück der Komplettlösung dar, die ergänzend dazu aus aktuell zehn EnOcean-basierten Komponenten des Herstellers besteht, die über Apple HomeKit in die Heimsteuerung eingebunden, gesteuert und visualisiert werden können. Die Lösung umfasst derzeit batterielose Funkschalter, einen Temperatur-/Feuchte-Sensor, einen Fensterkontakt, Wassersensoren, einen Rauch- und Bewegungsmelder sowie verschiedene Aktoren. Zukünftig wird sich die Lösung auch durch weitere EnOcean-basierte Komponenten erweitern lassen.

Die erforderliche Zertifizierung der OPUS greenNet-Komponenten erfolgt über den Software- und Gatewayhersteller Digital Concepts in enger Abstimmung mit Apple. Kompatible Produkte werden dann durch ein entsprechendes Zertifizierungslogo gekennzeichnet. Mithilfe der HomeKit-App können zusätzlich eigene Szenen, Regeln und Abhängigkeiten erstellt werden. So verbinden Nutzer die Vorteile batterieloser Funksensorlösungen und den Komfort von smarten Sprachsteuerungsassistenten ideal miteinander.

 

Neue Wege

Ob für den Fertighausbau oder die Wohnungswirtschaft: Eine grundlegende Vernetzung im Gebäude stellt die Basis dar, die dann die Ergänzung weiterer Smart-Home-Funktionen ermöglichen kann. Gleichzeitig lassen sich daraus neue Servicemodelle ableiten. So können Unternehmen durch smarte Technik ganz neue Dienstleistungen anbieten, zum Beispiel in Form einer Energie-Flatrate oder der Abrechnung nach Raumtemperaturniveau pro Quadratmeter beheizter Fläche (MPW Consulting: »MPW-Studie: EDL in der Wohnungswirtschaft«, 2017).

Denkbar ist auch eine Art Contracting-Modell. Hierbei stellt der Dienstleister die gewünschte Smart-Home-Infrastruktur in unterschiedlichen Paketen bereit und refinanziert die Investition beispielsweise über die erzielten Energieeinsparungen. Der Bewohner profitiert von mehr Sicherheit und Komfort – auch dank batterieloser Funksensorlösungen.

 

Mehr Ausblicke in die Zukunft finden Sie in unserem Online-Special »70 Jahre elektrobörse smarthouse«.