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Lichtsteuerung: Clever schalten

Die direkte Verbindung zwischen Schalter und Leuchte hat ausgedient. Spätestens mit der Dominanz der LED im Beleuchtungsbereich ist eine harte Verdrahtung, bei der die Stromversorgung für die Leuchte direkt geschaltet wird, zunehmend zum Hindernis geworden.

Mann betätigt einen Lichtschalter in der Küche. Bildquelle: © brizmaker/Shutterstock.com

Bei einer Sanierung der Beleuchtung befinden sich Schalter häufig nicht da, wo man sie haben möchte, oder sie haben zu wenige Schaltfunktionen. Auch Phasenanschnitt/-abschnittdimmer sind eher störend bei moderner Beleuchtung, da sie keine präzise Kontrolle erlauben und meistens mit Flimmern einhergehen.

Der große Nachteil des klassischen Schalters (und Dimmers) ist, dass die Funktion durch die Verkabelung fest vorgegeben ist. Eine Änderung, wie z. B. eine neue Deckenbeleuchtung mit mehr Lichtgruppen als zuvor, ist so nicht einfach auszuführen, wenn nicht in weiser Voraussicht genügend Adern gelegt wurden, um so etwas zu ermöglichen. Viel einfacher ist dies mit einer Steuerung über einen Bus zu erreichen. Denn hier ist die Funktion der Schalter weitgehend unabhängig von der Verkabelung. Die Verknüpfung der Bedienelemente zu den Leuchten ist hier eine Frage der Konfiguration und nicht der Installation.

Produktbild: Funk-zu-DALI-Brücke LW09BT-UP von Code Mercenaries Bildquelle: © Code Mercenaries Hard- und Software GmbH

Die Funk-zu-DALI-Brücke »LW09BT-UP« von Code Mercenaries macht Anwender frei von Bedienelementen und erlaubt die Lichtsteuerung via Smartphone oder Tablet.

In Neubauten und bei Sanierungen sollte für die Lichtinstallation gleich ein Bus vorgesehen werden, um auch später noch relativ einfach Änderungen durchführen zu können. Das ist natürlich nicht so einfach, wenn nur die Lichtanlage modernisiert wird. Dafür die Wände aufzureißen und neue Kabel zu legen ist oft keine Option. Hier kann dann eine drahtlose Lösung weiterhelfen.

 

Sichtweise ändern

Klassisch werden zum Schalten oder Steuern der Beleuchtung direkt die 230 V geschaltet – oder moduliert. Stromversorgung und Signalisierung geschehen also in Einheit. Bei einer Steuerung per Bussystem werden Stromversorgung und Signalisierung getrennt. Die Leuchten bekommen also ständig die unmodulierten 230 V und davon unabhängig die Steuerinformationen. Der große Vorteil dabei ist, dass die Konfiguration, welche Leuchten zusammen oder einzeln gesteuert werden, jederzeit verändert werden kann, ohne dafür Kabel anders anschließen zu müssen. Außerdem ist es so auch leicht möglich, zu dimmen oder eine Farbmischung zu steuern.

Der alte Ansatz, Dimmung mittels Phasenanschnitt oder -abschnitt zu steuern, ist in Zeiten der LED nicht mehr gut geeignet. Da die LED fast keine Trägheit hat, das Licht also sofort weg ist, wenn der Strom unterbrochen wird, führt diese Dimmung zu einem deutlich wahrnehmbaren Flimmern mit 100 Hz. Auch besser designte Treiber vor den LEDs helfen hier nur zu einem gewissen Grad. Wenn der Treiber in den unteren Dimmbereichen nicht mehr genügend Energie bekommt, kann er die LEDs nicht mehr sauber ansteuern. Besser ist es, die Details der Dimmung dem Treiber zu überlassen, dem man nur per Befehl mitteilt, welche Helligkeit gewünscht ist. Positiver Nebeneffekt dabei ist, dass durch den Wegfall von Phasenmodulation der Powerfaktor besser wird, also die Blindleistung sinkt, und dass die Wahrscheinlichkeit, dass es Probleme mit der Elektromagnetischen Verträglichkeit gibt, kleiner wird.