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Ei Electronics: Dicke Luft in Wohngebäuden?

Kohlenmonoxidwarnmelder bieten durch frühzeitige Alarmierung zuverlässigen Schutz vor Vergiftungen in Wohnbereichen. Zentrale Heizungsanlagen lassen sich durch geeignete Warnmelder bei Gefahr automatisch abschalten.

Mit der Audiolink-Technologie kann das »Gedächtnis« des Kohlenmonoxidwarnmelders Ei208iDW bequem über das Smartphone ausgelesen werden. Bildquelle: © EI Electronics

Mit der Audiolink-Technologie kann das »Gedächtnis« des Kohlenmonoxidwarnmelders Ei208iDW bequem über das Smartphone ausgelesen werden.

Mangels gesetzlicher Vorschriften kommt es bei Planung und Montage von Kohlenmonoxidwarnmeldern vor allem auf das Fachwissen der Installateure an.

Mit Beginn der offiziellen Heizsaison am 1. Oktober steigt auch die Gefahr einer Kohlemonoxidvergiftung in Wohnungen wieder an. Das giftige Gas entsteht durch die unvollständige Verbrennung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe zum Beispiel in defekten Gasthermen, Heizungsanlagen oder offenen Feuerstellen. Auch bei mangelnder Frischluftzufuhr und gestörten Abluftwegen kann Kohlenmonoxid entstehen oder unkontrolliert freigesetzt werden. Das geruchlose Gas wird vom Menschen nicht wahrgenommen, das Einatmen führt jedoch nach kurzer Zeit zu Unwohlsein – je nach Konzentration und Dauer sogar zu Bewusstlosigkeit und Tod. Was viele nicht wissen: Kohlenmonoxid diffundiert selbst durch Betondecken und -wände. Eine einzige defekte Gastherme kann sämtliche Bewohner eines Mehrfamilienhauses gefährden.

Schutz in Wohnungen

Zuverlässigen Schutz in Wohnbereichen bieten Kohlenmonoxidwarnmelder, die bereits frühzeitig vor dem Atemgift warnen. Leistungsfähige Geräte besitzen eine Lebensdauer von zehn Jahren einschließlich Stromversorgung. Besonders empfehlenswert sind Kohlenmonoxidwarnmelder mit einem auslesbaren Ereignisspeicher wie der Ei208iDW von Ei Electronics. Damit lässt sich jederzeit feststellen, ob CO-Konzentrationen unterhalb der Alarmschwelle des Warnmelders gemessen wurden. Mit dem Auslesen des Melderspeichers können diese erkannt und mögliche Gefahrenquellen frühzeitig identifiziert und beseitigt werden. Für Instandhalter besonders interessant: auch andere Ereignisse wie beispielsweise das Auslösen des Testknopfes oder ein Entfernen des Melders werden registriert und dokumentiert.

Sind Kohlenmonoxidwarnmelder an abgelegenen Orten wie etwa im Keller eines Einfamilienhauses installiert, wird eine Gefahrenwarnung unter Umständen überhört. Empfehlenswert ist in diesen Fällen die Vernetzung mit anderen Warnmeldern einer Nutzungseinheit, so dass der Alarmton in der ganzen Wohneinheit wahrnehmbar gemacht werden kann. Darüber hinaus lassen sich Kohlenmonoxidwarnmelder je nach Hersteller und Modell in Smart Home-Systeme und Anlagen der Gebäudeautomation integrieren.

Bei einer Vernetzung mit Rauchwarnmeldern ist zu beachten, dass gemäß der Anwendungsnorm DIN 14676-1 [1]der rückwirkungsfreie Betrieb der Rauchwarnmelder jederzeit sichergestellt sein muss. Die Rauchwarnfunktion, der Normalbetrieb und die Störungssignalisierung der Rauchwarnmelder dürfen nicht beeinträchtigt werden.

Ein Erklärvideo von Ei Electronics zeigt die richtigen Montageorte für Kohlenmonoxidwarnmelder. Bildquelle: © Ei Electronics

Ein Erklärvideo von Ei Electronics zeigt die richtigen Montageorte für Kohlenmonoxidwarnmelder.

Richtig montieren

Vorsicht ist bei sogenannten »Kombimeldern« angebracht, in denen Sensoren für unterschiedliche Kenngrößen im gleichen Gehäuse verbaut sind, beispielsweise zur Erkennung von Rauch und von Kohlenmonoxid. Sollen solche Melder gleichzeitig zum Erkennen eines Feuers und erhöhter Kohlenmonoxidkonzentrationen verwendet werden, ist die normgerechte Positionierung schwierig bis unmöglich: Rauch steigt nach oben, sodass Rauchwarnmelder im Regelfall an der Decke installiert werden müssen. Kohlenmonoxid hingegen besitzt ungefähr die gleiche Dichte wie Luft. Kohlenmonoxidwarnmelder sollten deshalb in Räumen ohne Verbrennungseinrichtung gemäß der Norm DIN EN 50292 [2] an der Wand etwa in Atemhöhe montiert werden. In Räumen mit Verbrennungseinrichtung sollten sie in ausreichender Höhe an der Decke oder an der Wand oberhalb von Fenstern und Türen mit einem Abstand von mindestens 1 Meter bis maximal 3 Meter zur Verbrennungseinrichtung befestigt werden.

Zentralheizung automatisch abschalten

Zentrale Heizungsanlagen in Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen befinden sich häufig im Keller, sodass austretendes Kohlenmonoxid häufig über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleibt. In diesen Fällen ist eine sofortige und automatische Abschaltung der Heizung sinnvoll, bevor sich das Atemgift weiter ausbreiten kann. Zwar verfügen Heizungsanlagen über eine Selbstabschaltung im Notfall, die in der Regel durch Messung der Kohlenmonoxidkonzentration im Abgasstrom ausgelöst wird. Tritt das giftige Gas aber beispielsweise durch Manipulationen oder technische Defekte an anderer Stelle aus, bleibt die Selbstabschaltung wirkungslos. Geeignet für eine unabhängige Messung in der Umgebungsluft sind Geräte, die nach der europäischen Produktnorm DIN EN 50291-1 [3] als »Typ A-Melder« zertifiziert sind, wie das Modell Ei261ENRC von Ei Electronics. Der 230 V-Kohlenmonoxidwarnmelder kann in Verbindung mit einem Relais-Ausgangsmodul im Gefahrenfall wahlweise per Funk oder per Draht über ein Ausgangssignal automatisch die Heizungsanlage abschalten und/oder eine Lüftungsanlage einschalten.

Fachwissen gefordert

Da der Einsatz von Kohlenmonoxidwarnmeldern in Deutschland bislang gesetzlich nicht geregelt ist, kommt es bei Planung und Montage vor allem auf das Fachwissen der Installateure an. Die europäische Anwendungsnorm DIN EN 50292 enthält detaillierte Hinweise zur Installation und Instandhaltung. Ei Electronics bietet darüber hinaus Schulungen zur »TÜV-geprüften Fachkraft für Kohlenmonoxid« an, mit der Installateure und Servicedienstleister ihr Fachwissen auffrischen und erweitern können.